Gegen Alle Gesetze Der Tontechnik

Es sah aus wie ein Ding der Unmöglichkeit: ein kabelloser tragbarer Bluetooth-Lautsprecher im Taschenbuchformat, der nicht nur fantastisch aussieht, sondern zudem noch eine beeindruckende Akustik und erstklassige satte Bässe liefert. Unmöglich!

Ein großer Akku war erforderlich, um die notwendige Lautstärke und eine Wiedergabedauer von einem Tag zu gewährleisten, natürlich ohne das Gehäuse dadurch zusätzlich aufzublähen. Unmöglich!

Außerdem sollte das Gerät jede Menge Funktionen bieten. So viele, dass es alle bis dahin erhältlichen tragbaren Lautsprecher in den Schatten stellen würde. Dies würde mehr Bauteile, mehr Elektronik, mehr Tasten, mehr Anschlüsse usw. bedeuten. Aber die Größe des Lautsprechers sollte natürlich dieselbe bleiben. Unmöglich!

Schließlich sollte das Gerät selbst doppelt so teure Lautsprecher in Sachen Leistung übertrumpfen, ohne auch nur den geringsten Kompromiss bei der Produktqualität hinnehmen zu müssen. Unmöglich!

Wie sollte man all dies umsetzen? Es ist, als würde man dem Gesetz der Schwerkraft trotzen!

Nun, wir können vielleicht nicht das Gesetz der Schwerkraft umkehren, aber vielleicht doch einige Dogmen der Tontechnik hinterfragen. Jene Annahmen also, die besagen, dass ein solcher Lautsprecher schlicht unmöglich ist. Als mir das klar wurde, war ich schnell bereit, alles auf den Kopf zu stellen.

Wir arbeiteten uns durch unzählige Designs und erstellten zahlreiche verschiedene Prototypen, um die Grenzen des Möglichen auszuloten. Mehrmals haben wir die Grenzen des Machbaren überschritten, und mehrmals sind wir ein paar Schritte zurückgegangen, um das Unmögliche dann doch zu realisieren.

Für einen voluminösen Bass ist z. B. eine große akustische Kammer erforderlich. Der Sound Blaster Roar sollte dennoch kompakt und tragbar sein, dabei tolle Bässe liefern und Platz für einen großen Akku haben.

Um die Gesamtgröße des Lautsprechers klein zu halten, haben wir den Akku und alle Elektronik in der akustischen Kammer untergebracht. Wir haben die Bassqualität dann weiter optimiert, indem wir die Kammer luftdicht gemacht und zwei niederfrequente akustische Membrantreiber an beiden Enden der Kammer eingesetzt haben. Auf diese Weise wurde jeder Kubikmillimeter an freiem Platz für die Optimierung der Bassakustik eingesetzt.

Der Bassqualität konnte so auf sehr platzsparende Weise deutlich verbessert werden.

Beim sehr lauten Abspielen von Musik war ein deutlicher Anstieg des Stromverbrauchs zu verzeichnen. Dabei haben sich Schaltkreise des Akkus und des Leistungsverstärkers deutlich erwärmt. Außerdem hat sich die Wärme aufgrund des luftdichten Abschlusses der akustischen Kammer im Inneren des Lautsprechers gestaut.

Bei einer langen Musikwiedergabe mit hoher Lautstärke würde der Schutzstromkreis den Akku schließlich abschalten, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Die naheliegende Lösung bestand darin, den Akku und die Leiterplatte außerhalb der akustischen Kammer unterzubringen, aber dadurch hätte sich der Umfang des Lautsprechers beträchtlich vergrößert.

Wir mussten uns also wohl oder übel zwischen einer kompakten Größe und einer hohen Ausgabeleistung entscheiden. Beides zusammen schien schlichtweg unmöglich.

Mit dieser Herausforderung im Blick sind wir zurück an das Zeichenbrett gegangen, um die akustische Kammer neu zu gestalten.

Nach mehreren Versuchen gelang es uns, den Regeln des traditionellen Lautsprecher-Designs zu trotzen und einen neuen Weg für die Implementierung eines komplexen Kühlkörpersystem in der Kammer selbst zu entwickeln.

Zwei wärmeleitende Kupferplatten wurden in die Wände der Kammer integriert und über ein dickes Kupferdrahtgeflecht mit der Leiterplatte verbunden, auf der sich die beiden Hochleistungsverstärker befinden.

Bei dieser Lösung wird die eingeschlossene Wärme gleichzeitig durch Konvektion und Wärmeleitung abgeleitet. Die geringe Größe der Kammer und die hohe Ausgabeleistung wurden bewahrt, und das Unmögliche wurde schließlich möglich gemacht.

Eine weitere Herausforderung bestand darin, dass, obwohl der Roar-Lautsprecher über eine integrierte erweiterte Audiosignalverarbeitung für beliebige Einstellungsmöglichkeiten verfügt, es nach wie vor nicht möglich war, eine perfekte Einstellung zu finden, die allen Benutzern gerecht wird. Das liegt daran, dass die Meinungen im Hinblick auf die einzig wahre Lautsprechereinstellung gespalten sind.

Audioliebhaber wünschen sich einen High-End-Lautsprecher mit einem genauen, ausgewogenen und klar definierten Klangbild.

Andere Anwender legen weniger Wert auf einen genauen und ausgewogenen Klang, sondern erwarten einen partytauglichen Sound mit großer Raumwirkung.

Wir hätten uns beim Sound Blaster Roar für eine der beiden Richtungen entscheiden können, aber eine Einstellung, die beiden Lagern gerecht wird – war unmöglich. Ein Kompromiss hätte zu einem noch schlechteren Ergebnis geführt. Eine Möglichkeit wäre gewesen, den Benutzern selbst die Einstellung des Lautsprechers zu überlassen, aber das ist den meisten Benutzern zu umständlich (obwohl dies mit der Sound Blaster-Systemsteuerungs-Software durchaus möglich ist).

Nach zahlreichen Überlegungen kamen wir auf eine andere neue Idee, und zwar auf die Idee der „Roar“-Taste, die der Benutzer nach Bedarf verwenden kann. Der Sound Blaster Roar liefert standardmäßig ein fein ausgewogenes und präzises Klangbild, doch bei Betätigung der Roar-Taste würde der Klang sofort an Lautstärke, Tiefe und Räumlichkeit gewinnen. Damit wären beide Lager zufrieden.

Darüber hinaus haben wir eine weitere Funktion hinzugefügt: TeraBass. Damit werden wir einer weiteren Anwendergruppe gerecht, die sich einen kräftigen Bass (der seiner Natur nach nicht ausgewogen ist) bei geringer Wiedergabelautstärke wünscht. (Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Whitepaper zu diesem Thema.)

Und wiederum haben wir das Unmögliche möglich gemacht. Wir glauben, dass die Mehrzahl der Benutzer bereits mit der standardmäßigen herausragenden Klangleistung des Sound Blaster Roar vollauf zufrieden ist.

Ein optimales Preis-Leistung-Verhältnis hat bei uns höchste Priorität. Um diesem Prinzip auch beim Sound Blaster Roar treu zu bleiben, musste der Lautsprecher nicht nur durch einen günstigen Preis überzeugen, sondern auch vielseitig sein.

Es sollte ein tragbarer Lautsprecher sein, der überall mit hingenommen werden kann, aber gleichzeitig leistungsfähig genug ist, um als Heimanlage zu taugen. Außerdem sollte das Gerät die Möglichkeit bieten, wie bei einer Jukebox eigene Musik darauf zu speichern.

Das Gerät sollte als Freisprecheinrichtung für Smartphones fungieren und bei Bedarf sogar Anrufe aufzeichnen können. Und das Gerät sollte als mobile Reserve-Akkustation für Smartphones und Tablets geeignet sein.

Und schließlich sollte das Gerät auch noch als Lautsprecher für Ihren PC taugen. Und vielleicht auch noch als Sirene...?

Der Versuch, immer weitere Funktionen zu integrieren, treibt nicht nur die Produktkosten in die Höhe, sondern bläht das Produkt auch immer mehr auf. Die Kosten trotz derartig vieler Funktionen gering und die Größe klein zu halten, war eine weitere unmögliche Herausforderung, vor der unsere Produktdesigner standen.

Stellen Sie sich einen Turner vor, der beim Absolvieren einer extrem schwierigen Übung gleichzeitig mit zahlreichen Gegenständen jongliert und sich dabei wie ein Verrenkungskünstler in einen Karton zwängen und die Luft anhalten muss. Das kann eigentlich nicht funktionieren, oder?

Doch wir haben es geschafft! Wir haben die zahlreichen tollen Funktionen in einen Kasten im Taschenbuchformat gepackt, die kompromisslos lauten und leistungsstarken Sound mit einem wummernden Bass liefert.

Dann haben wir den Gürtel enger geschnallt und alle Zwischenhändler aus unserem Vertriebsprozess entfernt, um den Sound Blaster Roar direkt ab Werk ausliefern zu können. Das Ergebnis: ein unglaublich günstiger Preis.

Der Sound Blaster Roar ist der Höhepunkt unserer langen Reise im Audiobereich. Wir haben zwei Jahre in das Design gesteckt, und dies ist das Ergebnis unserer unentwegten Bemühungen bei der Entwicklung innovativer Audiotechnologien und dem Streben nach Klangperfektion.

Die Grundlage dafür stammt von der Original-Sound-Blaster, die mit über 400 Millionen weltweit verkauften Einheiten zum PC-Audio-Standard avancierte.

Ich war bei der Geburt der Sound Blaster im Jahr 1989 dabei. Und jetzt, mit der Vorstellung des Sound Blaster Roar 25 Jahre später, kann ich mich dem Gefühl des Déjà-vu einfach nicht entziehen.

Die erste Reaktion auf den Sound Blaster Roar war überwältigend. Sie entsprach zwar in gewisser Weise der Reaktion auf die erste Sound Blaster, kam mir aber zehnmal so stark vor.

Zusammen können wir erneut Geschichte schreiben...


W.H. Sim
Schöpfer der Sound Blaster und des Sound Blaster Roar